Die Wirtschaft von Tokyo

Tokio (oder Tokyo) ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum von Japan. Rund 35 Millionen Menschen leben in der Metropolregion, die der größte Konsummarkt in Japan ist. Seit den 1950er Jahren hat sich Tokio rasant als Wirtschafts- und Metropolregion entwickelt. In den 1990er Jahren sind viele japanische und ausländische Konzerne aus der Wirtschaftsregion Kobe-Osaka (siehe Artikel Wirtschaften Kobe und Osaka) nach Tokio umgesiedelt. Seit den 1980er Jahren sind die Immobilienpreise in Tokio exorbitant gestiegen, was letztendlich in einer Spekulationsblase im Jahr 1990 endete. Als die Grundstückpreise teils um ein Viertel fielen blieben viele Banken, die den Unternehmen Kredite auf Basis der Grundstücksicherheiten gaben, auf faulen Krediten sitzen. Auch die Asienkrise 199798 machten der Metropole zu schaffen, die sich immer mehr in die Außenbezirke entwickelt hat. Neues Wirtschaftspotential sieht die Metropolregion im Handel mit dem Schwellenstaat China. Der Hafen von Tokio ist einer der führenden Häfen in Asien und erstreckt sich in der Bucht von Tokio im Westen nach Yokohama, der zweitgrößten Metropole Japans. Rund ein Viertel aller Industriegüter Japans werden von hieraus verschifft. Rund um die Hafenanlagen hat ist die Schwerindustrie angesiedelt. Die Region Yokohama-Tokio an der Bucht von Tokio ist die größte Industrieregion Japans. Die Wirtschaft von Tokio ist im industriellen Bereich vor allem geprägt durch die Elektro-, Textil-, Metall-, Maschinenbau- und Nahrungsmittelindustrie. Die Wirtschaft Tokios machen vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen aus. Rund 70 Prozent der Menschen arbeiten in Tokio in kleineren Unternehmen. Große Arbeitgeber sind in Tokio die politischen Einrichtungen und die Bildungseinrichtungen. Fast alle politischen Einrichtungen sitzen in Tokio im Stadtteil Kasumigaseki, wo auch die meisten Botschaften und die Banken sich angesiedelt haben. Kasumigaseki ist ein Stadtteil im zentralen Bezirk Chiyoda, wo rund 50.000 Unternehmen ihren Sitz haben und rund eine Millionen Menschen arbeiten.

Rund zwei Drittel aller Unternehmen im ausländischen Besitz haben ihre Niederlassungen in Tokio. Tokio ist Sitz zahlreicher Konzerne, die zu den Top-Teen der börsennotierten Konzernen nach Forbes Global 2000 gehören. Hierzu gehören unter anderem Mitsubishi, Nisan, Honda, die Nippon Telegraph & Telephone Corporation (NTT), die Mizuho Financial Group oder die Sumitomo Mitsui Financial Group. Zu den großen ausländischen Konzernen in Tokio gehören unter anderem IBM, McDonalds, Hewlett Packard oder der amerikanische Pharmakonzern Pfizer. Im Stadtviertel Chuo sitzt die Börse von Tokio (Tokyo Stock Exchange). An der größten Börse Japans werden rund 2200 nationale Unternehmen und zahlreiche ausländische Unternehmen gehandelt. Einer der wichtigsten Aktienindizes ist der Nikkei 225. Tokio unternimmt viel in der Wirtschaftsförderung. Ein wachsender Forschungsbereich ist die Robotik. Im nahen Kawasaki findet unter anderem jedes Jahr der Kawasaki-Roboter-Kongress statt.

Tokio ist die Bildungshochburg in Japan mit zahlreichen renommierten Universitäten und rund 30 internationalen Schulen. Die älteste Universität Japans ist die Universität Tokio mit rund 29.000 Studenten. Tokio ist Sitz zahlreicher deutscher Institutionen und Organisationen wie der Deutschen Schule oder German Chamber of Commerce and Industry (AHK Japan). Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie der deutschen Bundesregierung wurde im Februar 2010 das erste Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus in New York eröffnet. Auch in Tokio soll ein Wissenschafts- und Innovationshaus eröffnet werden. Es gibt im Handel mit Tokio wichtige Institutionen wie der Deutsch-Japanische Wirtschaftskreis in Düsseldorf oder das Goethe-Institut. Traditionell hat Deutschland sehr gute Wirtschaftsbeziehungen zu Japan, die seit den 1970er Jahren vor allem in zahlreichen bilateralen Forschungsprojekten reflektiert wurden.