Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in London wurde 1991 gegründet. Sie besteht aus 62 nationalen oder supranationalen Mitgliedern. Vertreten sind hier Länder aus Europa, Nordamerika oder Nordafrika sowie die Europäische Investitionsbank. Kernziel ist die Förderung der Länder in Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasiens, die einen ökonomischen Transformationsprozess nach dem Niedergang des Ostblocks durchlaufen. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in London hat 2010 das Stammkapital von 20 Milliarden Euro auf 30 Milliarden Euro aufgestockt. Der Gouverneursrat ist das Beschlussorgan mit Vertretern aller Mitgliedsländer und Institutionen. Deutschland gehört mit 8,5 Prozent zu den einflussreichsten Mitgliedern der EBWE. Vertreten wird Deutschland durch den Finanzminister. Entscheidungen über Projektrealisationen werden in der EBWE über den Exekutivrat getroffen. Organisiert ist die EBWE über die Zentrale in London und Regionalbüros. Neben dem Kernziel der ökonomischen Förderung hat die EBWE das politische Ziel die Demokratiesierung in den ehemaligen Ostblockländern zu fördern. Viele der Förderaktivitäten betreffen die Länder Russland, Ukraine, Bulgarien, Rumänien und Serbien. Die Förderfinanzierungen müssen ökonomisch tragbar sein und die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen mittel- und langfristig befördern. Investiert wird über die Institution im privaten und öffentlichen Sektor. Investitionen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung werden vor allem in Form von Darlehen und Kapitalbeteiligungen vergeben. Alleine im Finanzsektor bei Neugeschäften belief sich das Volumen in 2009 auf rund drei Milliarden Euro. Der größte Teil des Geschäftsvolumens der EBWE betrifft Kredite für Unternehmen. Infrastruktur- und Energieprojektförderungen spielen eine wichtige Rolle in der Vergabepolitik. Die finanzielle Förderung der Projekte betrifft in der Regel 13 des Gesamtkapitals. Es gibt spezielle Fondprogramme, unter anderem zur fachlichen Beratungsbereitstellung. Heute gibt es rund 184 bilaterale und multilaterale Fonds für die technische Zusammenarbeit. Zur übergreifenden Finanzierung wurden zahlreiche Investitions-Kooperationsvereinbarungen geschlossen, unter anderem mit der EU.

Ein Spezialfond gibt es für die ärmsten Länder in Zentralasien und Europa, dem sogenannten Early Transition Countries Fund. Kleinere und mittelständische Unternehmen werden zum Beispiel über den European Fund for Southeast Europe unterstützt. Fonds gibt es zu verschiedenen sicherheitsrelevanten Themenfeldern, so zum Beispiel zu Kernkraftwerken. Auch grenzüberschreitende Umweltprojekte in Mittel- und Osteuropa oder Zentralasien werden speziell gefördert. Deutsche Unternehmen können als Auftragnehmer, Consultants, Investoren und Finanziers bei der EBWE auftreten. Vor allem Russland, Ungarn und Polen sind für deutsche Investoren und Finanziers interessant. Projekte mit deutscher Beteiligung wurden zum Beispiel im Jahr 2009 in Russland mit 3,2 Milliarden Euro realisiert. Informationen zu den Projekten und Förderungen bekommen Investoren, Finanziers und Consultants über das englischsprachige Online-Angebot der EBRD. Hier findet man auch die zentralen Ansprechpartner in den Fachabteilungen oder Informationen zu den 29 Ländern, in denen die EBRD tätig ist.

Häufige Fragen zum Themenkomplex Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE):

Was ist die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung?

Welche Kernziele hat die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung?

Was fördert die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung?

In welchen Ländern investiert die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung?

Wie können Unternehmen in der EBWE auftreten?

Wer vertritt Deutschland in der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung?

Welche Fonds gibt es in der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung?